Maya
M.I.A.
M.I.A.
Label: XL Recordings
Erscheinungsjahr: 2010

Pop. Paranoiaweltmusik: M.I.A. begibt sich mit „Maya“ ins digitale Nirvana.
Bei aller antikapitalistischen Grundskepsis weiß Maya Arulpragasam alias M.I.A. doch sehr genau Bescheid um die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie. Das Video zu ihrer jüngsten Single „Born Free“ beschwor in einigermaßen gewalttätigen Bildern die Vision eines faschistischen Amerika und wurde prompt zum mittleren Großskandal, der denn auch die Vorabberichterstattung zu ihrem neuen Album „Maya“ dominierte. Leider. Dieses hätte sich eine etwas weniger tendenziöse Debatte durchaus verdient, immerhin handelt es sich um eines der schillerndsten Alben dieses an schillernden Alben nicht gerade überreichen Jahres: „Maya“ ist eine bis in die letzte Faser paranoide, verwirrte und verwirrende Platte, auf der die große Weltverschwörung und -verschmelzung des digitalen Zeitalters ins Visier genommen, politisch gedeutet und ästhetisch reflektiert wird: „Maya“ collagiert Sounds, surft multitaskend durch die Clubkulturgeschichte und macht dabei gern auch mal zwei, drei Fenster gleichzeitig auf. Dann überschneiden sich karibischer Funk, Anrufbeantworterschnipsel, knochentrockener R ?n? B, Synthesizerkäse und Industrialkrach, zusammengehalten von einem vernebelten Basswummern, verheddert zu einem Knäuel Kunst.
Sebastian Hofer
Bei aller antikapitalistischen Grundskepsis weiß Maya Arulpragasam alias M.I.A. doch sehr genau Bescheid um die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie. Das Video zu ihrer jüngsten Single „Born Free“ beschwor in einigermaßen gewalttätigen Bildern die Vision eines faschistischen Amerika und wurde prompt zum mittleren Großskandal, der denn auch die Vorabberichterstattung zu ihrem neuen Album „Maya“ dominierte. Leider. Dieses hätte sich eine etwas weniger tendenziöse Debatte durchaus verdient, immerhin handelt es sich um eines der schillerndsten Alben dieses an schillernden Alben nicht gerade überreichen Jahres: „Maya“ ist eine bis in die letzte Faser paranoide, verwirrte und verwirrende Platte, auf der die große Weltverschwörung und -verschmelzung des digitalen Zeitalters ins Visier genommen, politisch gedeutet und ästhetisch reflektiert wird: „Maya“ collagiert Sounds, surft multitaskend durch die Clubkulturgeschichte und macht dabei gern auch mal zwei, drei Fenster gleichzeitig auf. Dann überschneiden sich karibischer Funk, Anrufbeantworterschnipsel, knochentrockener R ?n? B, Synthesizerkäse und Industrialkrach, zusammengehalten von einem vernebelten Basswummern, verheddert zu einem Knäuel Kunst.
Sebastian Hofer